Sankt Afra - Hochbegabtenförderung+MINT Talentförderung
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Interview mit Cellist Salomon Held

Samira Riedel, Viona Voigt (9a)

Stell dich einfach kurz vor.

Ich bin Salomon, spiele Cello und komme eigentlich vom Landesgymnasium für Musik in Dresden. Ich freue mich sehr, heute hier bei den DorFuchs-Aufnahmen dabei sein zu können.

Wie kam es dazu, dass du mit DorFuchs auf der Bühne stehst?

Am 1.10.2025 gab es ein Konzert hier an Sankt Afra, bei dem Jungstudenten aus Essen, einige von Sankt Afra und auch einige von meiner Schule gespielt haben. Im Anschluss an das Konzert kam Herr Feller bei ein paar Snacks und etwas zu trinken auf mich zu und erzählte mir vom Mathe-Tag. Sofort war ich begeistert.

Kanntest du DorFuchs vorher?

Ich kannte ihn tatsächlich, weil meine Mathe-Lehrerin früher den „Binomische-Formeln-Song“ im Unterricht abgespielt hat. Aber damals konnte ich mir natürlich nicht vorstellen, dass ich einmal mit ihm eine Aufnahme machen würde.

Wie war dein erster Eindruck von Afra und wie hast du die Atmosphäre wahrgenommen?

Ich fand die Atmosphäre sehr einladend und beeindruckend. Besonders begeistert haben mich der schöne blaue Flur und die Statuen von Lessing und Gellert im Gang. Ich fand, das hatte etwas sehr Elegantes.

Wenn du früher die Möglichkeit gehabt hättest, wärst du auch gern nach Afra gekommen?

Wenn ich nicht meine Liebe zur Musik entdeckt hätte, hätte ich mir das sehr gut vorstellen können.

Wir versuchen ja beim DorFuchs-Tag, Mathe mit anderen Fächern zusammenzubringen. Kannst du dir vorstellen, dass es manchen hilft, Mathe mehr zu mögen?

Das denke ich schon – auf jeden Fall. Ich kann jetzt nur von Musik sprechen, aber Musik und Mathe hängen sehr eng zusammen. In der Musik gibt es viele Bereiche, in denen viel Mathematik steckt. Und egal, wo man seine Leidenschaft findet: Wenn man sie durch etwas anderes entdecken kann, zum Beispiel durch Musik, finde ich das sehr gut.

Wie lange spielst du schon Cello und warum hast du dich dafür entschieden?

Das ist eine gute Frage! Ich habe zu meinem 5. Geburtstag von meiner Mutter ein Cello geschenkt bekommen. Sie selbst ist Cellistin und hat schon Cello geübt, als ich noch in ihrem Bauch war. Dadurch hatte ich diesen Klang irgendwie immer schon in mir und habe bereits mit ungefähr drei Jahren mit einer Spielzeuggitarre und einem Buntstift meine Mutter imitiert. Da war ziemlich schnell klar, dass das Cello mein Instrument werden würde.

Ich hatte auch einen bewegenden Moment mit meiner Mathe-Lehrerin, von der ich vorhin erzählt habe, der mir meine Liebe zur Musik noch bewusster gemacht hat. Ich hatte mein Cello mit zu meiner alten Schule gebracht und vor meiner Klasse und meiner Mathe-Lehrerin gespielt. Sie war nur ein Jahr vor ihrer Rente und war so bewegt, dass sie tatsächlich vor der Klasse geweint hat. Da dachte ich wirklich, dass Musik einen Sinn hat, weil man damit Menschen bewegen kann. Und wenn man damit wenigstens ein kleines bisschen die Welt verbessern kann, dachte ich: Warum sollte ich das nicht machen?

Kannst du dir die Mathe-Formeln besser merken, wenn du sie mit Musik verbindest?

Auf jeden Fall!

Du warst auch schon ein paar Tage hier und hast mit den anderen gespielt und geprobt. Wie hast du den Einblick und die Atmosphäre der Zusammenarbeit mit den anderen Musiker*innen wahrgenommen?

Sehr einladend und offen, ich konnte direkt fast schon Freundschaften schließen! Musikalisch war es auch etwas Neues für mich, weil ich eigentlich hauptsächlich in der klassischen Musik unterwegs bin und bisher noch nicht wirklich Erfahrung mit populärer Musik gemacht habe, dadurch hat es meinen musikalischen Horizont auf jeden Fall erweitert.

Was denkst du, welche Erfahrungen nimmst du von den Tagen hier mit?

Eigentlich genau das: spontanes Improvisieren, locker zu bleiben, offen für Neues zu sein und die schönsten Erfahrungen aus besonderen Momenten mitzunehmen.

Hast du vorher schon viel auf dem Cello improvisiert?

Improvisiert habe ich vorher eigentlich gar nicht, fast immer nur nach Noten gespielt. Aber ich finde, das hat auch etwas sehr Schönes: etwas Spontanes auf der Bühne, das im Moment entsteht und seine ganz eigene Einzigartigkeit hat.

Spielst du sonst immer alleine oder öfter mit anderen Musiker*innen? Oder war das etwas Neues für dich?

Ich spiele häufig alleine, aber natürlich auch mit anderen zusammen – zum Beispiel an meiner Schule, mit Freunden oder manchmal mit meinen Eltern. Das ist etwas ganz Besonderes, weil dann verschiedene Stimmen zusammen ein Ganzes ergeben, was sehr schön ist.

Salomon Held steht neben seinem Cello auf einer Wiese und guckt in die Kamera
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